Meine Wenigkeit: „Es gibt zwei Kategorien von Außenpolitikern oder Experten. Eine Kategorie nenne ich Mathematiker. Das ist die Mehrheit, also die 99%, und es gibt diese 1%, für mich sind sie Künstler (…) Weil das, was sie können, empirisch nicht messbar ist. Sie haben ein Gefühl, ein Gefühl für Geschichte, ein Gefühl für Macht (…) und sie können dieses Gefühl in ein politisches Kunstwerk gießen. (…) Sie haben einfach ein musikalisches Gefühl dafür so wie Mozart, Beethoven (…). Man kann den Leuten beibringen, was man will, aber dieses Gefühl hat man oder hat man nicht.“
Dr. Ingmar Zielke und Maximilian L. Knoll, zwei kluge Köpfe, haben mich in ihren Podcast eingeladen. Ich habe sie gewarnt. Bei Fragen dieser Tiefe werde daraus ein Gespräch unter alten, grauen Geschichtsphilosophen. Sie bestanden darauf.
Wie viel Macht hat der Einzelne im Strom der Geschichte? Wie viel an der (Außen-)Politik ist Kunst, wie viel Wissenschaft? So sprachen wir über den Unterschied zwischen Staatskunst und Staatsmathematik, über Napoleon und Metternich, über den Ersten Weltkrieg, über das Wesen von Weltordnungen, über die fähigen Kanzler der Bonner Republik und die großen Fehler, die die Bundesrepublik nach dem Mauerfall beging. Darüber, warum die Geschichte die Herrin aller Wissenschaften vom Menschen ist, was unsere Universitäten besser machen könnten, womit Deutschland heute ringt und was dieses Jahrhundert ihm abverlangt; die endgültige Entscheidung, ob es eine europäische Mission in der Welt haben will oder nicht.
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